"MUTILATE" Rezension auf Virus-Mag.com

This aptly titled CD is something of an enigma. Some of the songs are brilliantly done, and some are so sample laden that the underlying violence in the songs comes exploding to the surface.

It is easy to see a pattern of violence here, which initially distracts from the music. The track “6 Years” deals with the brutality of child abuse. The CD booklet contains some images of mutilated corpses and blood-streaked walls. Some of the songs (“My Enemy Inside,“ “So Fucking Sick,“ and “Unconscious”) are heavy-handed attempts at conveying murderous and uncontrollable rage with sampled screams of what sounds like a woman in pain. Initially this onslaught is a bit overwhelming, to the point where the CD sounds like a soundtrack for serial killers. However, the latter part of the CD is brilliant, mixing a club vibe with electronic ambience, and samples that work to compliment the music. This change in the music leads me to believe that the underlying theme of violence and its disappearance does not imply that it is gone, but simply becomes repressed once again, and is damned to forever repeat the pattern.
This is not a CD for those wanting to hear happy electronic music. Yes, this could have been a better CD because the use of scary samples has been done to death, and is a rather blunt way to induce fear. But because we live in a violent world, where fear is used daily to manipulate the masses, this CD is unfortunately an appropriate approximation of the times in which we live.Michael Casano, 14 Aug 2005


"MUTILATE" CD Rezension vom Terrorverlag

Art der Reise: Reise ins musikalische Nirgendwo, oder Trip ans dunkle Traummeer?
Veranstalter: ZENTRIERT INS ANTLITZ
Reisebegleiter: M. Friedrich, J. Warkentin und H. Meuler
Beginn: ab dem 29. August 2005

Die selbsternannte Lieblingsband von Freddy Krüger lädt ein zu Tanz und Reise in dunkel-elektronische Ambient-Soundscapes. Nach „Genozid“ und „Prozium“ bitten die 3 Soundtüftler zu einer Reise ans dunkle Träummeer, die sowohl fur Disco-Gruppenreisende, als auch für dunkle Individualtouristen geeignet ist. Dem einen oder anderen Soundreisenden könnte ZIA auch schon durch frühere Arbeiten oder aber den aktuellen Clubtrack „Geile Geschäftsfrau“ bekannt sein. Laut Pressetext (welcher übrigens unseren TV-Kollegen und Chefredakteur TK zitiert!), handelt es sich bei der neuesten VÖ von ZIA namens „Mutilate“ um einen „exquisiten Trip ins dunkle Herz der Herren aus Remscheid“. Die dunklen Soundscapes laden wahlweise zum Träumen und Nachsinnen ein, oder aber zum Sinnieren über die Langweiligkeit der dargebotenen musikalischen Landschaft. Dem einzelnen Touristen/ Hörer sei da sein eigenes Urteil anheim gestellt...

Die mit krankhaften, verstörenden Klängen und Sprachsamples gespickte Musik und die selbsternannte Zugehörigkeit zu einer „elektronischen Elite“ lassen allseitige Heiterkeit bei den Reiseteilnehmern erwarten: „ZIA [...] hat es geschafft sich innerhalb 2 kurzen Jahren (sic!) als intellektuelle Elite in einem sowieso sehr kopflastigen Feld zu etablieren.“ Na hoffentlich wird der elitäre Kopf da nicht zu schwer zum Verreisen! Insgesamt tendiert die Reisegesellschaft zu Triphop und Ambientlastigen Ausflügen rund um den Sammelbegriff Elektro, auch wenn das Pressematerial die irritierende Kategorisierung als Industrial anbietet. Dafür ist die auf „Mutilate“ gebotene musikalische Landschaft zu unaggressiv, zu mid-tempo-lastig und zu nachdenklich-verstörend geraten. Zusammenfassend wird von der Reisequalitatskontrolle von dem Trip abgeraten, wenn man eher der touristische Typ ist, dem Melodien zusagen. Allerdings eignet sich diese Reise hervorragend fur Zeitgenossen mit elitar-seltsamem Musik/ Drogengeschmack, oder aber auch ganz allgemein fur Freunde des (Dark) Ambient.

So oder so, viel Spaß auf der Reise mit COP und ZIA auf dem Flug „Mutilate“ – und das Anschnallen nicht vergessen!
UM (22.08.2005)

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"MUTILTE" Review by Radio Goethe

Good morning, a beautiful morning in Oakland, blue skies, sunny and no wind. I’m not sure if this is the weather in San Francisco, since they have a lot of fog lately. Anyway, who cares, I’m over here in the East-Bay
Now to a brandnew album I just got in the mail, released on Cop Int. The band is called “Zentriert ins Antlitz”, the album “Mutilate”. A great darkwave EBM record. What I especially like is their collage technic, using really good speaker, great voices instead of a singer. That is a solution other bands should think about. I have heard so many records in this genre where the music starts very promising and than some smurf starts in a highpitch voice giving me the shivers. UUUUUAAAHHHHHH.
And the beat of “Zentriert ins Antlitz” is amazing. Very dancefloor oriented, I tell you this will be a song for the Radio Goethe night at the DNA on October 12th.
Ok, need to clean up my office, means putting dozens and dozens of piles of CDs back on the shelf….boring….I need an intern…..

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"MUTILATE" Rezension von Elektrauma.de

Was bedeutet dieser Name? Zentriert Ins Antlitz. Vielleicht ist es die euphemistische Form von „Voll auf die Fresse“. Würde Sinn machen, denn die Band geht mit seinen Hörern nicht gerade zimperlich um. Schon früher hat das Projekt bewiesen, dass sie sich nicht an die gängigen Trends der Elektroszene halten, sondern ihre eigenen Wege gehen. Auf „Mutilate“ wird dieser Trend fortgesetzt. Der Grossteil der Songs sind düstere Soundcollagen mit intelligent eingesetzten Sprachamples. In erster Linie stehen aber dabei die Melodien im Vordergrund, die nicht so wabernd daherkommen, sondern einen breiten Teppich bilden, der sich über die Rhythmen legt und dadurch die Songs immer etwas intellektuelles haben, fast schon sophisticated wirken. „Deep Dawn Resonance“ arbeitet beispielsweise mit einem markantem Drumprogramming, „6 Years“ und „So Fucking Sick“ sind die besten Beispiele für ihren Hang zu verschachtelten Beats. „Off (line)“ und „Geschäftsfrau“ sind die einzigen wirklich tanzbaren Nummern. Gerade letzterer Song ist wirklich der Hammer (und eigentlich erst ab 18 Jahren geeignet). Schade, dass es davon nicht ein, zwei Songs mehr gegeben hat.

(verfasst von Nuuc)

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Original Interview mit Marc Urban für "ZILLO & SONIC SEDUCER" zur "MUTILATE" CD

M.Urban
Ihr habt im Hinblick auf eure Produktionszeiten immer ein ganz gutes Tempo am Leib. Zwischen „Genozid“ und „Prozium“ lagen ca. elf Monate, diesmal verhält es sich ähnlich. Was unterscheidet Euch/ Eure Arbeitsweise von anderen Bands, die für ein Album immer mal mindestens ein ganzes Jahr und mehr benoetigen?

ZIA
Uns bleibt mehr Zeit für die Produktion einer neuen CD da wir ja nicht Live beansprucht werden wie andere Bands. Wir müssen unsere Stücke auch nicht auf Live-Qualitat trimmen, wir koennen dadurch ohne Kompromisse und ohne Druck arbeiten.

M.Urban
Eine Sache, die bei Bands mit mehreren Personen immer wieder als hemmend angegeben wird, ist das Zeitmanagement; schliesslich lassen sich die Termine von drei Leuten nicht so gut koordinieren wie wenn man alleine musiziert. Wie bekommt Ihr das hin? Arbeitet jeder für sich an der Musik oder trefft Ihr Euch regelmässig drei Mal die Woche und bekommt bei diesen Treffen dann auch immer was Produktives hin?

ZIA
Wir treffen uns eigentlich nur an den Wochenenden, dann kann man den über die Woche aufgestauten Stress gut abreagieren. In der Woche kann man experimentieren, Sounds & Samples programmieren, sammeln, aufbereiten und am Wochenende wird alles zusammengefügt. Regelmassiges Treffen dreimal die Woche würde ja fast in Arbeit ausarten…

M.Urban
Ihr habt im Zuge Eures letzten Albums „Prozium“ oefter anklingen lassen, dass einiges davon – insbesondere der Zuschnitt einiger Tracks auf eine gewisse Clubtauglichkeit – von Euch ursprünglich eigentlich nicht gewollt war. Vieles auf “Mutilate“ klingt mir dagegen so, als ob ihr Euch diesmal nicht habt reinreden lassen und vielmehr umgesetzt habt, was Euch so vorschwebt. Ist das so? Und wenn ja, wieso war das diesmal so ohne weiteres moglich?

ZIA
Wir haben bei der „Prozium“ gelernt, welche Kompromisse notig sind. Der „Ultra Violent Ultra Skilled“ Clubmix war eigentlich nicht vorgesehen und ist auf Wunsch von COP produziert worden. Auf der „Mutilate“ sind auch clubtaugliche Stücke, nur sind diese von vornherein von uns darauf angelegt worden um auch als solche auf der CD Ihren Platz zu finden.

M.Urban
So habt Ihr diesmal für dieses Genre recht ungewoehnliche Sounds verwendet, z.B. bei „So Fucking Sick“ orientalisch anmutende Klänge, auf „1000 Junkies“ spielt eine Trompete mit hinein. Ist das Ausdruck der Freiheit, die Ihr euch diesmal nehmen konntet/ wolltet?

ZIA
Zuerst einmal sind es zwei Saxophone in „1000 Junkies“. Das Experimentieren mit klassischen oder natürlichen Sounds erweitert das Spektrum unserer Darstellungsmoglichkeiten. Wir beschränken uns bewusst nicht auf die typischen „traditionellen“ Elektro/Industrial-Sounds, sondern nehmen uns die Freiheit, Grenzen zu überbrücken, um den Blick hinter den Horizont zu oeffnen.
“ Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.“ – Albert Einstein

M.Urban
Ihr seid eine Band, die ohne Gesang auskommt, dafür mit vielen Samples arbeitet. Denkt Ihr, dass ein gutes Sample den Gesang ersetzen kann? Und wovon hängt die Entscheidung letztlich ab, ob man ein Sample verwendet oder realen Gesang? Wann habt Ihr diese Entscheidung fur Euch endgültig getroffen?

ZIA
Gesang hat, wie jede eigene Stellungnahme, immer eine individuell wertende Note. Ein Zitat in einem Sample hingegen lässt Interpretationsspielraum, der Zuhoerer kann sich seine eigene Meinung bilden, ohne durch eingefarbte Kommentare beeinflusst zu werden. Gesang oder ein Sample ist aus unserer Sichtweise nichts anderes als ein zusätzlich hinzugefügtes Instrument, beim Zuhoerer zieht Gesang aber die Aufmerksamkeit über Gebühr auf sich selbst und lässt dem Rest nicht den Rahmen, der ihm zusteht. Samples werden eher akzentuiert eingesetzt und lassen der eigentlichen Komposition mehr Spielraum zur Entfaltung.
“ Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“ – Albert Einstein.

M.Urban
Auf „Mutilate“ findet sich ein ziemlicher Gegensatz von harten Sounds und Samples gegenüber ruhigen, sphärischen Klängen. Inwiefern ergänzen sich diese beiden „Extrempositionen“, und welche Ausrichtung liegt Euch mehr am Herzen: die harte oder die zarte?

ZIA
Nach der Ruhe kommt der Sturm und dann die Stille, war nicht die Natur schon immer das beste Vorbild? Auf diese Weise spiegeln sich Stimmungsabhangige Momente in unseren Produktionen wieder, nach einem stressumfassenden Arbeitstag braucht man die Ruhe, um sich wieder zu fangen so wie man die harte Gangart wohl eher nach einem nervend langweiligen Tag braucht um sich abzureagieren. Immer das gleiche zu produzieren und sich standig selbst zu kopieren wird einem selbst wie auch den Fans irgendwann langweilig.

M.Urban
Der Albumtitel „Mutilate“ bedeutet auf deutsch so viel wie „verstümmeln“. Wenn man Tracks wie „Come In“ oder „Geschäftsfrau“ heranzieht, geht es Euch wohl in erster Linie um seelische Verstümmelung?! Oder ist dieses Thema doch breiter angelegt?

ZIA
Die psychologische als auch die koerperliche Verstümmelung ziehen sich wie ein roter Faden durch die CD. Grausamkeiten und Fetisch geben sich die Hand in einem Rahmen der sich des Oefteren auch unserem Verstand entzieht. Die CD ist eher als eine Art Versuch der Interpretation dessen zu verstehen. Die Äusserungen der Protagonisten in den Samples fungieren als Spiegel einer Gesellschaft, die kollektive psychologische Verstümmelung zum ungeschriebenen Prinzip erhoben hat, die individuelle aber kriminalisiert bzw. stigmatisiert.

M.Urban
Worum geht es in „6 Years“? Und inwieweit spielen da persoenliche Erfahrungen eine Rolle?

ZIA
Ursprünglich stammt „6 Years“ nicht aus unserer Feder, sondern ist ein Beitrag eines guten Freundes, mit dem wir nur eine spezielle Fassung dieses Tracks fur unsere CD konstruierten. Persoenliche Erfahrungen haben mit dem Track wenig gemein als vielmehr den Denkanstoss zu bringen „schaut wie Ihr miteinander umgeht, in welcher so genannten Zivilisation Ihr euch befindet“.

M.Urban
Auch der Sex spielt diesmal eine gewisse Rolle (wie die beiden bereits erwahnten Tracks andeuten). Ist diese „Sexülle Klammer“, die das Album umgibt (Track 1 – „Come In“/ Track 14 – „Geschäftsfrau“), genau deshalb so gewahlt?

ZIA
Spielt der Sex nicht immer eine gewisse Rolle? Sei es aus dem freien Willen heraus als auch unter Zwang. Die Einleitung durch „Come In“ ist sozusagen der Schlüssel zur dunklen Seite einer schizophrenen Gesellschaft, so wie sie der Track „Geschäftsfrau“ mit einer einfachen Erklärung des sadomasochistischen Verlangens wieder beendet. Dazwischen liegt ein Trip durch Gewalt, Machtmissbrauch, Unterdrückung und Ausbeutung, sowohl sexueller als auch wirtschaftlicher Natur.

M.Urban
Wie passen in diesem Zusammenhang die beiden „Defense“-Parts in das Album? Welche Funktion übernehmen sie auf „Mutilate“?

ZIA
Defense (Part1) spiegelt wohl eher den Zustand, die innere Unruhe und Hilflosigkeit nach oder während eines psychologischen Missbrauchs dar wo hingegen der 2. Part den Kontrapunkt darstellt, das Aufbaumen & den Widerstand jener misshandelten Psyche oder Person.

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